AID (OPFERFEST) IN DER WÜSTE









Mein Tuareg-Freund und ich waren zu Gast in einer Nomadenfamilie. Das Nomadenlager lag auf einer kleinen Anhöhe vor mächtigen Felsen. Von dort hatte man einen wunderbaren Weitblick ins Tal.

Wir hatten auf schönen handgewebten Decken auf Felsplatten Platz genommen, wurden herzlich bewirtet und fühlten uns inmitten der Nomaden sehr wohl.

Abgesehen von zwei kleinen Jungen gehörte noch ein junges Mädchen zur Familie. Sie hatte zur Feier des Tages ein hübsches, dunkles Kleid aus Samtstoff angezogen. Die applizierten Pailletten funkelten in der Sonne und verliehen dem Mädchen ein prächtiges festliches Aussehen.
Ihre Haare hatte sie mit einem Kopftuch bedeckt.

Wie immer in ähnlichen Situationen war ich ganz begierig darauf zu fotografieren. Die Familie ließ sich gern fotografieren. Der Vater stellte sich sogar richtig in Pose.
Aber das junge Mädchen wehrte ab, was ich natürlich auch respektiert habe.

Kurze Zeit später stand das Mädchen auf und ging, sich immer wieder zu mir umdrehend, hinter die nahegelegenen Felsen, die sie vor Blicken ihrer Familie abschirmten.
Was hatte das zu bedeuten?

Ich stand auf, ging zu dem Felsen. Und da stand sie, erwartete mich und posierte für mein Foto.