SANDSTURM IN GHARDAIA

Jutta Vogel






Ich sitze in Ghardaia in der Abflughalle und warte auf den Weiterflug nach Algier mit einer kleinen Propellermaschine.

Mir fällt auf, dass die großen Fensterscheiben eine eigentümliche Farbe haben: blassrosa – leicht gelblich. Immer wieder schaue ich auf diese merkwürdige Farbe.
Plötzlich sehe ich, wie sich die Palmen draußen extrem im Wind biegen. Die Sanddünen in der Ferne sind im Nebel verschwunden.
Sandsturm innerhalb von Minuten.
Mich erfasst leichte Panik. Ein Sandsturm kann bis zu drei Tage dauern.
Was passiert, wenn wir nicht wegkommen? Mit der kleinen Propellermaschine sind die Flugaussichten sicherlich noch ungünstiger.

Ich scheine die Einzige zu sein, die gebannt nach draußen schaut. Merkt denn niemand, dass draußen ein Sandsturm tobt? Warum bleiben die Passagiere alle ruhig sitzen? Sie sind mit ihren Handys beschäftigt.
Aber dann spüre ich plötzlich eine Unruhe unter den Wartenden. Sie schauen besorgt nach draußen, stehen auf, diskutieren.

Irgendein Offizieller des Flughafens lässt sich nicht blicken.

Wie geht es weiter?


März 2019